Die Führung der Trasse von Exter bis Bielefeld ist im Bereich der Durchquerung des Obernbergs problematisch, da hier das Heilquellenschutzgebietsbad Salzuflen betroffen ist. Im weiteren Verlauf der Querung der Werre ist die Führung suboptimal und durch die Beachtung der Schutzzone A veranlasst. Die Prüfung einer Alternative, die die Schutzzone A am Rande tangiert, wird dringend empfohlen, da nicht sicher ist, ob die Festlegung der Schutzzone A im Randbereich auf sachlicher Grundlage erfolgt ist oder eine erneute Prüfung der Alternative zulässt.
Die bevorzugte Variante der Querung der Werre bei Bad Salzuflen (S 6.1) nach dem Segmentvergleich der DB-Planer
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ist kein gravierender Eingriff in die Landschaft,
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eignet sich für einen verbesserten Lärmschutz gegenüber dem Lärm der Autobahn 2
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ermöglicht den Bahnanschluss von Bielefeld nach Bad Salzuflen.
Dokumente zum Heilquellenschutzgebiet und zu Naturschutz-Belangen
Einen umfassenden Einblick in die Bewertung von Schutzgütern bietet der Erläuterungsbericht zum Antrag auf Erteilung
einer Bewilligung nach §§ 8 und 9 WHG für das Heben von Grundwasser / Sole zur Verwendung zu Kur- und Heilzwecken
(§ 53 WHG) für die staatlich anerkannten Heilquellen von Bad Salzuflen — Ergänzende Erläuterungen
zu Auswirkungen auf Schutzgüter –
Fixpunkte und Trassenführung
(Grundlage Planungsunterlagen der DB)
Fixpunkt Exter und Bad Salzuflen
Nördlicher Fixpunkt ist das Erreichen der Oberfläche bei Exter. Die technischen Vorgaben erfordern, dass ein Tunnel nur in einer Richtung ein Gefälle hat, damit Züge ohne eigenen Antrieb aus dem Tunnel rollen können. Dafür ist ein Gefälle von 4 Promille erforderlich. Eine Kuppe im Tunnel wäre nicht erlaubt. Diese Bedingungen würden einen durchgehenden Tunnel von Bad Salzuflen bis Vlotho nur zulassen, wenn entweder die Brücke über die Werre oder die Weserbrücke sehr hoch läge.
Der zweite Fixpunkt, der nicht technisch, sondern juristisch bedingt ist, ist das Heilquellenschutzgebiet Bad Salzuflen. Maßgeblich ist die Festsetzung der Schutzzone A, die etwas oberhalb der ehemaligen Raststätte Herford beginnt. Dieser Bereich soll durch die Trasse gemieden werden.

Auszug aus der Festlegung des Heilquellenschutzgebiets Bad Salzuflen. Die gelb gestreifte Fläche gehört zur Schutzzone A und soll gemieden werden. Quelle. Durchquerung des Obernbergs
Von Exter verläuft die Trasse 3 in einem weiten Bogen zur ehemaligen Raststätte an der Autobahn A 2. Unterhalb der Rastede würde die Trasse aus einem Tunnel treten und zunächst in einem Einschnitt auf die Siedlung Elkenbrede zulaufen. In Höhe der Siedlung würde die Trasse aus dem Einschnitt auf einen Damm wechseln. Die Entfernung zum Rand der Siedlung Elkenbrede dürfte mehr als 100 Meter betragen. Dann wechselt die Trasse auf Damm und Brücken und überquert das Werretal, um südlich der Bundesstraße 239 in der Nähe des „Rektorenkamp“ wieder auf Geländeniveau zu gelangen und dann in einen Tunnel zu treten, der die Autobahn A 2 nördlich der Raststätte „Ostwestfalen“ an der Westseite der Autobahn wieder die Oberfläche erreicht.
Bereich Elverdissen – Milse – Schildescher Viadukt
Die Höhenlage erfordert, dass der Speckenbach oberirdisch recht flach überquert wird. Danach trifft die Trasse an der Kreisgrenze wieder in einen Tunnel und unterquert den Höhenzug mit Kampstraße und Elverdisser Straße. Südlich der Waldstraße endet der Tunnel und verläuft auf etwa 1000 Metern durch die landwirtschaftlich genutzten Flächen, auf Bielefelder Gebiet durch das Johannisbachtal neben der in Bau befindlichen Landstraße 712. Von der Kreuzung B 61 / L 712 / Grafenheider Straße. Dieser Punkt muss aufgrund der umgebenden Bebauung als Fixpunkt angesehen werden. Durch einen Einschnitt wird das Schidescher Viadukt erreicht, neben dem in einiger Entfernung eine weitere Brücke zu errichten ist.
Bahnverbindung Bielefeld – Bad Salzuflen – Detmold
Eine Schienenverbindung zwischen Neubaustrecke und der vorhandenen Bahnlinie Herford – Bad Salzuflen ist herstellbar. Mit einer Steigung von bis zu 40 Promille ist der Höhenunterschied zwischen beiden Bahnstrecken auf weniger als 300 Meter zu bewältigen, mit einem Kurvenradius von unter 400 Meter ist eine Geschwindigkeit von 80 km/h möglich. Die Trassierung ist zwar anspruchsvoll, aber technisch wie ökologisch machbar.
Dafür können heute übliche Regionalzüge verwendet werden, die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h auf dem kurzen Abschnitt bis Bielefeld mit dem Fahrplan für Hochgeschwindigkeitszügen kompatibel sind.
Die Fahrzeit Bielefeld – Bad Salzuflen würde 10 Minuten betragen, die Fahrzeit Bielefeld – Schötmar 12 Minuten.
Diese Verbindung ist für den Kreis Lippe von besonderer Bedeutung:
Der derzeitige Plan zur Entwicklung des Schienennetzes des NWL im Rahmen des Deutschlandtakts sieht vor, neben dem bisher verkehrenden RE 82 den Bahnverkehr Bielefeld – Lemgo auf Halbstundentakt zu verdichten. Um dies möglich zu machen, soll die Bahnlinie Lage – Bielefeld abschnittsweise zweigleisig ausgebaut werden. Dieser Ausbau ist nicht notwendig, wenn der Regionalexpress auf die Route über Bad Salzuflen verlegt werden kann, zugleich würde das Potenzial für diese Verbindung so verbessert, dass eine halbstündliche Führung gerechtfertigt wäre. In der weiteren Entwicklung ist es möglich, diesen Express in das System des Rhein-Rhur-Express zu integrieren, sodass Direktverbindungen aus dem Kreis Lippe bis in die Landeshauptstadt entstehen. Ein Regionalbahnhof Bad Salzuflen in Kreuzung mit der Bahnlinie Herford – Bad Salzuflen ist nicht zu empfehlen. Verkehrlich ginge der Zeitvorteil in Richtung Bielefeld durch Umsteigezwang verloren. Der Bau wäre aufwendig, da die Schnellfahrstrecke in Hochlage über dem Gelände liegen würde und für Gleise und Bahnsteig zusätzlich Dämme und Brücken gebaut werden müssten.
Alternative Ausfädelung Brake?
Aus Angaben der DB ist zu schließen, dass auch eine Ausfädelung der Strecke nördlich der Durchfahrt Brake geprüft werden soll. Eine überschlägige Analyse ergibt, dass eine Trasse mit dem maßgeblichen Radius von 5.400 Meter zwischen dem Bahnhof Brake und der ehemaligen Raststätte Herford nicht herstellbar ist. Aus diesem Grund werden hierzu keine weiteren Erläuterungen gegeben.