Das Projekt

Neubaustrecke Bielefeld – Hannover

und Schnellfahrstrecke Bielefeld – Hamm

 

Aktueller Vortrag: VCD-Onlie-Seminar 1.10.2020
Neu auf dieser Website: Ist eine verkürzte Neubaustrecke Seelze – Bad Oeynhausen eine sinnvolle Alternative?

Eine Neubaustrecke Bielefeld – Hannover und eine Schnellfahrstrecke Bielefeld – Hamm ist Inhalt des Zielfahrplans 2030+.Im dritten Entwurf vom 30. Juni 2020 dieses Zielfahrplans ist diese Planung bestätigt und ergänzt worden. Sie gibt eine Fahrzeit von 31 Minuten zweischen Bielefeld und Hannover vor. Aufgrund dieses Gutachtens ist zu erwarten, dass die Bundesregierung den Planungsauftrag an die Deutsche Bahn AG vergeben wird.
Am 9. Oktober 2018 hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den ersten Entwurf dieses Zielfahrplans 2030+ vorgestellt. Dieser Zielfahrplan 2030+ schlägt einige neue Schnellfahrstrecken und Neubaustrecken vor, die bisher im Bundesverkehrswegeplan nicht oder nicht genau so enthalten sind, darunter auch, dass von Hannover bis Bielefeld auf einer Neubaustrecke und von Bielefeld bis Hamm auf einer Schnellfahrstrecke mit 300 km/h gefahren werden soll. Die Beauftragung der DB Netz AG steht bereits kurz bevor – siehe hier.
Dieses Projekt ist entscheidend für die Zukunft des Korridors zwischen Berlin und Rhein/Ruhr. Der zweite und dritte Entwurf des Zielfahrplans 2030+ bestätigt die Vorschläge des ersten Entwurfs. Aus weiteren Unterlagen geht hervor, dass diese Neubaustrecke eine zentrale Bedeutung im Rahmen der Entwicklung des Deutschlandtaktes hat, da eine als notwendig erkannte Beseitigung eines Engpasses mit einer erheblichen Fahrzeitverkürzung verbunden wird. Das Projekt ist in das Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz aufgenommen worden (in Kraft seit 1. April 2020), das für zentrale Infrastrukturprojekte eine beschleunigte Planung und Ausführung sorgen soll. Es ist – neben einer kurzen Neubaustrecke im Raum Kassel (“Kurve Kassel”) das einzige große Neubauprojekt des Deutschlandtakts, das in dieses Gesetz einbezogen worden ist. Dieser Umstand zeigt, wie ernst es der Bundesregierung damit ist, dieses Projekt rasch umzusetzen.

Die politische Entscheidung für eine Neubaustrecke

Mit der großen Mehrheit des Deutschen Bundestages für das Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz ist die politische Entscheidung für dieses Neubauprojekt im Deutschen Bundestag zum zweiten Mal gefallen. Es handelt sich um das einzige große Neubauprojekt des Deutschlandtakts, das
* bereits im Bundesverkehrswegeplan 2030 und
* im Schienenwegeausbaugesetz (BSchwAG)
namentlich genannt ist und in den Masterplan Deutschlandtakt  vom 30. Juni 2020 aufgenommen wurde.
Die amtierende Bundesregierung verfolgt das Ziel, mit einer drastischen Verkürzung der Fahrzeiten im Schienenfernverkehr den innerdeutschen Flugverkehr zu reduzieren mit dem Ziel, dass die bisherigen Nutzer des Flugverkehrs freiwillig auf die Schiene umsteigen. Die Effekte, die durch eine drastische Verkürzung der Fahrzeiten möglich sind, sind an der Verbindung Berlin – München sichtbar geworden, seitdem die Fahrzeit auf 4 Stunden abgesenkt wurde. Der zweite und dritte Entwurf des Zielfahrplans 2030+ trägt deutlich die Handschrift dieses Ziels. Da die Mehrheitsverhältnisse in Deutschen Bundestag, die die amtierende Bundesregierung tragen, sich bis zum Beschluss über den Bundesverkehrswegeplan und das Bundesschienenwegeausbaugesetz im Jahre 2020/21 voraussichtlich nicht ändern werden, ist davon auszugehen, dass sich die politischen Grundaussagen, die dem Projekt zugrunde liegen, ebenfalls  nicht ändern werden. Die Voraussetzungen für die Neufassung des Bundesverkehrswegeplans und für die Änderung des Bundesschienenwegeausbaugesetzes sind mit der Veröffentlichung des Deutschlandtakts am 30. Juni 2020 geschaffen worden.

Die wichtigsten Antworten zur Neubaustrecke Bielefeld – Hannover und Schnellfahrstrecke Bielefeld – Hamm

Der gesamte Fahrplan für Deutschland soll nach den Bedingungen eines Deutschlandtaktes geordnet werden. Damit der Deutschlandtakt für alle Regionen Vorteile bringt, sind Vorschläge für Neubaustrecken und Schnellfahrstrecken erforderlich, die es möglich machen, von einer Station zur nächsten in einer Fahrzeit von 30 oder 60 Minuten zu gelangen. So entstehen kurze Umsteigezeiten in alle Richtungen. Ein solches System nennt man „integraler Taktfahrplan“. Dieses Taktsystem besteht seit Jahren schon in der Schweiz. Dort heißt das Projekt “Bahn 2000”.
Der Fahrplan soll vorgeben, wo in welcher Qualität gebaut werden muss, damit ein optimales Ergebnis auch für die Region erzielt wird. Diesen Anspruch erfüllt der Vorschlag einer Neubaustrecke Bielefeld – Hannover zusammen mit den Ausbauten zwischen Hamm und Berlin, wie er im Zielfahrplan 2030+ enthalten ist. Der Ausbau der historisch gewachsenen Bestandsstrecke kann diese Ansprüche hingegen nicht erfüllen. Hier lesen Sie dazu mehr:
Welche Anforderungen stellt der Deutschlandtakt an eine Neubaustrecke Bielefeld – Hannover?
Welche politische Bedeutung hat der Deutschlandtakt für die Verbindung Rhein/Ruhr – Berlin?
Was geschieht, wenn diese Neubaustrecke nicht gebaut wird?

Ist diese Neubaustrecke alternativlos?

Die Bundesregierung wird voraussichtlich die Deutsche Bahn AG als Netzbetreiber beauftragen, den Zielfahrplan umzusetzen, also eine Fahrzeit von 31 Minuten zwischen Bielefeld und Hannover möglich zu machen. Alle im Rahmen dieser Website erstellten Berechnungen belegen, dass das Ziel der Fahrzeit von 31 Minuten nur mit einer Neubaustrecke zu erreichen ist. Dagegen spricht nicht, dass die Begründung des Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz nach wie vor eine “Aus- und Neubaustrecke” nennt – hier hat sich die Regierung die Verantwortung für dieses Ergebnis auf die Detailplanung verschoben.
Daher ist einer Abänderung dieses Ziels – “Fahrzeit 31 Minuten” nur politisch zu erreichen, nicht aber im Rahmen der für das Projet vorgesehenen “Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung”.
Eine Änderung des Ziels “Fahrzeit 31 Minuten”, insbesondere die Forderung nach Ausbaues der Bestandsstrecke, würde bedeuten, das Ziel eines Deutschlandtakts und einer nachhaltigen Verkehrsverlagerung auf die Bahn aufzugeben.  Nur in sehr begrenztem Umfang wäre im Rahmen der Änderung der Details des Deutschlandtakts eine etwas längere Fahrzeit möglich sein. Mehr dazu hier.

Milliardengrab oder sinnvolle Investition?

Die Linienführung der Neubaustrecke steht auch nach der Veröffentlichung des Zielfahrplans für den Deutschlandtakt am 30. Juni 2020 nicht fest. Mehr lesen Sie hier.
Es steht aber bereits fest, dass nicht nur die schnellste Verbindung nach Berlin, sondern auch nach Hamburg über diese Neubaustrecke möglich wird. Mehr erfahren Sie hier.
Wie viel einen Neubaustrecke kosten wird, steht daher nicht fest. Aber selbst grob geschätzte Kosten einer etwa 90 Kilometer langen Neubaustrecke halten einer Nutzen-Kosten-Berechnung stand.
Wesentliche Faktoren für die definitiven Kosten sind noch nicht bekannt. Diese werden erst bekannt sein, wenn der im Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz vorgeschriebene Bürgerdialog beendet ist.
Das Gesetz, das den Bürgerdialog vorschreibt, ist am 1. April 2020 in Kraft getreten. Näheres finden Sie hier.

Neubaustrecke Bielefeld - Hannover Karte Bürgerdialog

Die Initiative Deutschlandtakt hat über zehn Jahre für dieses Gutachten politische Überzeugungsarbeit geleistet.
Die Neubaustrecke von Hannover bis Bielefeld soll zusammen mit anderen Maßnahmen die Fahrzeit von Köln und Düsseldorf nach Berlin um eine halbe Stunde auf etwas mehr als dreieinhalb Stunden verkürzen. Diese Fahrzeitverkürzung soll dadurch erreicht werden, dass auf der Gesamtstrecke Fahrzeuge für 300 km/h eingesetzt werden. Zugleich sieht das Gutachten vor, dass alle Halte in Ostwestfalen sowohl für den ICE wie für den Intercity erhalten bleiben. Die Deutsche Bahn AG möchte hingegen Fahrzeitverkürzungen sofort dadurch erreichen, dass sie in Ostwestfalen-Lippe ohne Halt durchfährt. Solchen Pläne sind nach dem Gutachten und nach Aussagen aus dem Bundesverkehrsministerium nur akzeptabel, wenn ein Halbstundentakt als Grundangebot gewährleistet ist. Dementsprechend enthält der zweite Entwurf des Gutachtens einen Halbstundentakt für alle relevanten Halte.
Antworten auf Ihre Fragen zur Neubaustrecke und Schnellfahrstrecke finden Sie auf den weiteren Seiten über diesen Link.
Die Original-Unterlagen zum Gutachten finden sie auf der Aktuell-Seite.

Was leistet diese Website zur Neubaustrecke Bielefeld – Hannover?

Der Zielfahrplan 2030+ enthält nur Daten über Fahrzeiten. Einige erläuternde Hinweise gibt es in Präsentation und unveröffentlichten Unterlagen. Diese Informationen genügen nicht, um die vielen Fragen zur Neubau- und Schnellfahrstrecke Hannover – Bielefeld – Hamm zu beantworten. Diese Website möchte Sie daher umfassend informieren, damit Sie das Projekt verstehen und bewerten können. Wie Sie Stellungnahmen von Kritikern einordnen und bewerten können, dazu finden Sie hier weiterführende Hinweise. Autor und Informanten legen Wert auf fachliche Qualität der Darstellung und stehen Details der bisherigen Veröffentlichungen durchaus kritisch gegenüber und sind unabhängig von Einflüssen politischer und wirtschaftlicher Interessen.

Es ist nicht Aufgabe der Initiative Deutschlandtakt, politisch zu der jeweiligen Strategie der Bundespolitik Stellung zu nehmen. Ziel der Initiative Deutschlandtakt ist es, den Deutschlandtakt und seine Ziele als technisch-logisches und gesellschaftliches Projekt zu fördern und zu fordern. Auf dieser Grundlage ist das Projekt einer Neubaustrecke von Bielefeld nach Hannover zu überprüfen und entsprechend dem Prüfergebnis zu unterstützen oder zu kritisieren. Nur diesem Ziel dient diese Website.

Das Problem im Bild

Neubaustrecke Porta-Tunnel ja oder nein

Der Blick auf Porta vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal über die Weser auf das Wesergebirge zeigt die Problematik: Im Vordergrund der Bahnhof Porta Westfalica mit der vorhandenen Strecke, auf der keine hohen Geschwindigkeiten möglich sind. Die von West nach Ost führende Bahnlinie Bielefeld – Hannover nutzt den in Nord-Süd-Richtung liegenden Durchbruch der Weser. Links in Blickrichtung liegt Minden, nach halbrechts schaut man in das Wesertal Richtung Hameln, während die Bahnlinie nach rechts um den Berg herum nach Südwesten nach Bad Oeynhausen und Bielefeld führt.
Nach dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 sollte eine Neubaustrecke durch den Berg im Vordergrund führen und halbrechts in die Bestandsstrecke münden. Der Zielfahrplan 2030+ schlägt nun vor, die Neubaustrecke in Richtung Bielefeld zu führen. Sie würde die Weser dann weiter im Hintergrund überqueren. Nach den derzeit vorliegenden Äußerungen aus dem Bundesverkehrsministerium ist die Trasse durch den Berg im Vordergrund nicht mehr Gegenstand der Überlegungen.

 

Diese Website wurde zuletzt am 29. Oktober 2020 aktualisiert.