Das Projekt

Neubaustrecke Bielefeld – Hannover

und Schnellfahrstrecke Bielefeld – Hamm

Aktuell: Bundesregierung gibt Planung der Neubaustrecke Bielefeld – Hannover frei

Eine Neubaustrecke Bielefeld – Hannover und eine Schnellfahrstrecke Bielefeld – Hamm ist Inhalt des Zielfahrplans 2030+. Am 9. Oktober 2018 hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den ersten Entwurf dieses Zielfahrplans 2030+ vorgestellt. Dieser Zielfahrplan 2030+ schlägt einige neue Schnellfahrstrecken und Neubaustrecken vor, die bisher nicht im Bundesverkehrswegeplan enthalten sind, darunter auch, dass von Hannover bis Bielefeld auf einer Neubaustrecke und von Bielefeld bis Hamm auf einer Schnellfahrstrecke mit 300 km/h gefahren werden soll.
Dieses Projekt ist entscheidend für die Zukunft des Korridors zwischen Berlin und Rhein/Ruhr. Der zweite Entwurf des Zielfahrplans 2030+ vom 7. Mai 2019 bestätigt die Vorschläge des ersten Entwurfs. Aus weiteren Unterlagen geht hervor, dass diese Neubaustrecke eine zentrale Bedeutung im Rahmen des Entwicklung des Deutschland-Taktes hat, da eine als notwendig erkannte Beseitigung eines Engpasses mit einer erheblichen Fahrzeitverkürzung verbunden wird.

Was leistet diese Website zur Neubaustrecke Bielefeld – Hannover?

Der Zielfahrplan 2030+ enthält nur Daten über Fahrzeiten. Einige erläuternde Hinweise gibt es in einer Präsentation. Diese Informationen genügen nicht, die vielen Fragen zur Neubau- und Schnellfahrstrecke Hannover – Bielefeld – Hamm zu beantworten. Diese Website möchte Sie daher umfassend informieren, damit Sie das Projekt verstehen und bewerten können. Wie Sie Stellungnahmen von Kritikern einordnen und bewerten können, dazu finden Sie hier weiterführende Hinweise. Autor und Informanten legen Wert auf fachliche Qualität der Darstellung und stehen Details der bisherigen Veröffentlichungen durchaus kritisch gegenüber und sind unabhängig von Einflüssen politischer und wirtschaftlicher Interessen.

Die politische Entscheidung für eine Neubaustrecke

Die amtierende Bundesregierung verfolgt das Ziel, mit einer drastischen Verkürzung der Fahrzeiten im Schienenfernverkehr den innerdeutschen Flugverkehr zu reduzieren mit dem Ziel, dass die bisherigen Nutzer des Flugverkehrs freiwillig auf die Schiene umsteigen. Die Effekte, die durch eine drastische Verkürzung der Fahrzeiten möglich sind, sind an der Verbindung Berlin – München sichtbar geworden, seitdem die Fahrzeit auf 4 Stunden abgesenkt wurde. Der zweite Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030+ trägt deutlich die Handschrift dieses Ziels. Da die Mehrheitsverhältnisse in Deutschen Bundestag, die die amtierende Bundesregierung tragen, sich bis zum Beschluss über den Bundesverkehrswegeplan und das Bundesschienenwegeausbaugesetz im Jahre 2020 voraussichtlich nicht ändern werden, ist davon auszugehen, dass sich die politischen Grundaussagen, die dem Projekt zugrunde liegen, ebenfalls  nicht ändern werden.

Es ist nicht Aufgabe der Initiative Deutschland-Takt, politisch zu der jeweiligen Strategie der Bundespolitik Stellung zu nehmen. Ziel der Initiative Deutschland-Takt ist es, den Deutschland-Takt und seine Ziele als technisch-logisches und gesellschaftliches Projekt zu fördern und zu fordern. Auf dieser Grundlage ist das Projekt einer Neubaustrecke von Bielefeld nach Hannover zu überprüfen und entsprechend dem Prüfergebnis zu unterstützen oder zu kritisieren. Nur diesem Ziel dient diese Website.

Die wichtigsten Antworten zur Neubaustrecke Bielefeld – Hannover und Schnellfahrstrecke Bielefeld – Hamm

Der gesamte Fahrplan für Deutschland soll nach dem Bedingungen eines Deutschland-Taktes geordnet werden. Damit der Deutschland-Takt für alle Regionen Vorteile bringt, sind Vorschläge für Neubaustrecken und Schnellfahrstrecken erforderlich, die es möglich machen, von einer Station zur nächsten in einer Fahrzeit von 30 oder 60 Minuten zu gelangen. So entstehen kurze Umsteigezeiten in alle Richtungen. Ein solches System nennt man „integraler Taktfahrplan“. Dieses Taktsystem besteht seit Jahren schon in der Schweiz. Dort heißt das Projekt “Bahn 2000”.
Der Fahrplan soll vorgeben, wo in welcher Qualität gebaut werden muss, damit ein optimales Ergebnis auch für die Region erzielt wird. Diesen Anspruch erfüllt der Vorschlag einer Neubaustrecke Bielefeld – Hannover zusammen mit den Ausbauten zwischen Hamm und Berlin, wie er im Zielfahrplan 2030+ enthalten ist.

Wenn diese Neubaustrecke nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, dann bleibt es langfristig beim heutigen Fahrplan und einem Engpass zwischen Minden und Wunstorf.Warum? Dazu lesen Sie hier mehr.

Die Idee einer Neubaustrecke Bielefeld – Hannover und Schnellfahrstrecke Bielefeld – Hamm verbinden die Knoten Hamm und Bielefeld in weniger als 60 Minuten, so dass in Hannover und Hamm alle wichtigen Anschlüsse erreicht werden können. Das Projekt einer Neubaustrecke von Hannover nur bis Porta Westfalica, das erst vor kurzer Zeit in den „Bundesverkehrswegeplan 2030″ aufgenommen wurde, wird  damit noch einmal auf den Prüfstand gestellt. Ergebnis: Mit dem Projekt des Bundesverkehrswegeplans entsteht keine Verbindung zwischen den Knoten Hannover und Hamm, die Fahrzeitverkürzung würde verpuffen.

Der bessere Vorschlag liegt nun als „Zielfahrplan 2030+” vor. Es ist zunächst ein Gutachten im Auftrag des Bundesverkehrsministers, das dieskutiert werden soll und Grundlage für eine Änderung des Bundesverkehrswegeplans werden soll.
Wo genau diese Neubaustrecke verlaufen soll, wird erst im Rahmen eines Bürgerdialogs entwickelt. Nur die Eckpunkte stehen fest sowie die Fahrzeit, die zwischen Bielefeld und Hannover ermöglicht werden soll.

Neubaustrecke Bielefeld - Hannover Karte Bürgerdialog

Allerdings ist aus dem zweiten Entwurf des Zielfahrplans 2030+ eine Festlegung ersichtlich, die zugrunde legt, dass die Neubaustrecke durch Stadthagen führen soll. Diese Festlegung führt dazu, dass nur ein extrem schmaler Korridor zwischen Bückeburg und Bad Eilsen für die Führung der Trasse zur Verfügung stünde. Die Diskussion über andere Trassen wäre dann nicht möglich, der Bürgerdialog sehr eingeengt. Solche Vorfestlegungen haben sich bei der Gestaltung anderer Neubauprojekte als kontraproduktiv erwiesen.
Eine ausführliche Bewertung dieses Teils des Zielfahrplans 2030+ finden Sie hier.

Der Ausbau der Bestandsstrecke über Minden, wie er aus dem Raum Schaumburg gefordert wird, kann aus technischen Gründen nicht die vom Deutschland-Takt geforderte Fahrzeitverkürzung erbringen. Technischer Grund sind die Kurven der vorhandenen Streckenführung, die die Fliehkräfte auslösen, die wiederum die Reduzierung der Durchfahrtsgeschwindigkeit erfordern. Signaltechnische Maßnahmen genügen nicht, um dieses Problem zu lösen.

Die Initiative Deutschland-Takt

Die Initiative Deutschland-Takt hat über zehn Jahre für dieses Gutachten politische Überzeugungsarbeit geleistet.
Die Neubaustrecke von Hannover bis Bielefeld soll zusammen mit anderen Maßnahmen die Fahrzeit von Köln und Düsseldorf nach Berlin um eine halbe Stunde auf etwas mehr als dreieinhalb Stunden verkürzen. Diese Fahrzeitverkürzung soll dadurch erreicht werden, dass auf der Gesamtstrecke Fahrzeuge für 300 km/h eingesetzt werden. Zugleich sieht das Gutachten vor, dass alle Halte in Ostwestfalen sowohl für den ICE wie für den Intercity erhalten bleiben. Die Deutsche Bahn AG möchte hingegen Fahrzeitverkürzungen sofort dadurch erreichen, dass sie in Ostwestfalen-Lippe ohne Halt durchfährt. Solchen Pläne sind nach dem Gutachten und nach Aussagen aus dem Bundesverkehrsministerium nur akzeptabel, wenn ein Halbstundentakt als Grundangebot gewährleistet ist. Dementsprechend enthält der zweite Entwurf des Gutachtens einen Halbstundentakt für alle relevanten Halte.
Antworten auf Ihre Fragen zur Neubaustrecke und Schnellfahrstrecke finden Sie auf den weiteren Seiten über diesen Link.
Die Original-Unterlagen zum Gutachten finden sie auf der Aktuell-Seite.

Das Problem im Bild

Neubaustrecke Porta-Tunnel ja oder nein

Der Blick auf Porta vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal über die Weser auf das Wesergebirge zeigt die Problematik: Im Vordergrund der Bahnhof Porta Westfalica mit der vorhandenen Strecke, auf der keine hohen Geschwindigkeiten möglich sind. Die von West nach Ost führende Bahnlinie Bielefeld – Hannover nutzt den in Nord-Süd-Richtung liegenden Durchbruch der Weser. Links in Blickrichtung liegt Minden, nach halbrechts schaut man in das Wesertal Richtung Hameln, während die Bahnlinie nach rechts um den Berg herum nach Südosten nach Bad Oeynhausen und Bielefeld führt.
Nach dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans sollte eine Neubaustrecke durch den Berg im Vordergrund führen und halbrechts in die Bestandsstrecke münden. Der Zielfahrplan 2030+ schlägt nun vor, die Neubaustrecke bis Bielefeld zu führen. Sie würde die Weser dann weiter im Hintergrund überqueren.

 

Diese Website wurde zuletzt am 17.07.2019 aktualisiert.