Ostwestfalen-Lippe sollte Vorteile der Neubaustrecke nach Hannover erkennen und nutzen

 Lehrstück Entscheidung für Neubaustrecke Hamburg – Hannover: Im Bundestag zählen die besseren Argumente:

Ostwestfalen-Lippe unterschätzt Nutzen der Neubaustrecke Bielefeld – Hannover für die Region

Nutzen für Ostwestfalen-Lippe: in 90 Minuten nach Hamburg, mit dem Rhein-Ruhr-Express direkt nach Hannover und Detmold

Ostwestfalen-Lippe sollte mehr Nutzen aus der Bahn-Neubaustrecke Bielefeld – Hannover einfordern statt protestieren. Das die Lehre aus den Entscheidungen des Bundestages am 7. und 8. Oktober 2026 zur benachbarten Neubaustrecke Hamburg – Hannover, meint der Fahrgastverband PRO BAHN. Denn im Bundestag zählt nicht die Schärfe des Protests, sondern die Qualität der Argumente. 

Ostwestfalen-Lippe sollte mehr Nutzen aus der Bahn-Neubaustrecke Bielefeld – Hannover einfordern statt protestieren. Das die Lehre aus den Entscheidungen des Bundestages am 7. und 8. Oktober 2026 zur benachbarten Neubaustrecke Hamburg – Hannover, meint der Fahrgastverband PRO BAHN. Denn im Bundestag zählt nicht die Schärfe des Protests, sondern die Qualität der Argumente.

Bundestag billigt umstrittenste Planung – gegen alle Proteste

Am 7. Oktober hat der Verkehrsausschuss die Pläne für eine Neubaustrecke Hamburg – Hannover gebilligt. Die Zustimmung im Plenum des Parlaments am 8. Oktober ist nur noch Formsache, denn die Entscheidung wird nicht nur von den Regierungsparteien CDU/CSU und SPD, sondern auch von den Oppositionsparteien Grüne und Linke getragen. Damit geht nach 34 Jahren ein Streit zwischen Bundesregierung und Deutscher Bahn auf der einen Seite und Bürgerinitiativen und einer Landesregierung auf der anderen Seite zu Ende. Entschieden haben die besseren Argumente.

Bundestag stimmt gegen regionale Proteste

Mit dieser Entscheidung hat der Bundestag die lauten Proteste von Bürgerinitiativen zurückgewiesen. Jahrelang und bis zur letzten Minute hatten Landräte, Bürgermeister und Landespolitiker die unzutreffenden Argumente von Bürgerinitiativen nachgeplappert, ohne sie zu verstehen und zu prüfen. Die Kritiker haben versucht, mit wenig qualifizierten Studien gegen eine hochkarätige Planung der Deutschen Bahn und anderer anerkannter Gutachter anzutreten. „Dabei haben die Bürgerinitiativen und örtlichen Politiker unterschätzt, wie sehr die Qualität der Planung für das Schienennetz durch die Arbeit am Deutschlandtakt gestiegen ist“, erklärt Rainer Engel, stellvertretender Landesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN NRW. „Nicht Prestige ist die Grundlage der Planung, sondern nackte Zahlen. Tägliche Verspätungen belegen, dass auf den vorhandenen Strecken nicht ausreichend Platz ist. Das gilt ganz besonders für Ostwestfalen-Lippe. Es geht nicht nur um ein paar Minuten Zeitersparnis für Expresszüge, es geht vor allem um mehr Kapazität.“

Regionaler Nutzen findet Gehör

Forderungen nach regionalem Nutzen von Neubaustrecken finden hingegen sowohl bei der Bundesregierung wie im Bundestag Gehör. „Auch der amtierende Bundesverkehrsminister Steffen Bilger gehört zu denen, die Konsequenzen aus schlechter Planung gezogen haben: Mit einem ›Pfaffensteigtunnel‹ wird die Region südlich von Stuttgart neu erschlossen, was vor 30 Jahren für überflüssig gehalten wurde“, erläutert Engel. „Wenn eine Region mehr Nutzen eines Großprojekts einfordert, dann findet die Region damit offene Ohren“, berichtet Engel.

Die offenen Ohren für mehr Nutzen haben die Anliegergemeinden zwischen Hamburg und Hannover genutzt. In einer Entschließung hat der Bundestag der Region insgesamt vier neue Regionalbahnhöfe und einige zusätzliche Gleisverbindungen zugebilligt“, berichtet Engel. „Das war aber erst in letzter Minute. Ostwestfalen-Lippe sollte diese Chancen rechtzeitig nutzen, sonst könnte es zu spät sein.“

Mehr Nutzen für OWL ist möglich

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat bereits geprüft, welchen Nutzen die Neubaustrecke Bielefeld – Hannover für Ostwestfalen-Lippe bringen würde. Zu den großen Gewinnen für die Region würde es gehören, wenn der Rhein-Ruhr-Express, der heute in Minden zum Umsteigen in eine S-Bahn zwingt, bis Hannover durchfahren und dabei fast so schnell wie ein Intercity den Verkehrsknoten in Niedersachsen erreichen würde. Genauso wäre es möglich, dass der Rhein-Ruhr-Express direkt bis Bad Salzuflen und Detmold durchfährt. Ohne die Neubaustrecke würde auch das ein Wunschtraum bleiben. Zu den Möglichkeiten, die der Deutschlandtakt schon eingeplant hat, gehört auch ein direkter ICE nach Hamburg, der die Hansestadt schon nach eineinhalb Stunden erreicht. Heute muss man umsteigen und braucht mindestens drei Stunden für diese Strecke. Die Region muss aber einfordern, dass dafür die notwendigen Gleisverbindungen gebaut werden.
Nach Auffassung von PRO BAHN ist die Entschließung des Bundestages zum Projekt Hamburg – Hannover ein Musterbeispiel, wie erfolgreiche regionale Politik aussieht. Beispielsweise steht auch mehr Lärmschutz an den Altstrecken in den Maßnahmen, die die Region erreichen kann.

Aus Sicht von PRO BAHN steht die Region Ostwestfalen-Lippe am Scheideweg. „Weitere Proteste werden nur dazu führen, dass der Regionalverkehr durch Fern- und Güterzüge erstickt und verzögert wird, dass sich der Stau auf der Schiene auflöst. Nur die Forderung nach regionalem Nutzen des Neubauprojekts bringt die Region voran und erhält die Attraktivität von Ostwestfalen-Lippe“, so Engel.