Antworten zur Verbindung Berlin – Amsterdam

Was sieht das Gutachten Zielfahrplan 2030+” im dritten Entwurf für die Verbindung Berlin – Amsterdam vor?

Neu im 3. Entwurf ist gegenüber dem 2. Entwurf eine stündliche Verbindung Berlin – Amsterdam (Linien FV 34a und FV 34b).
Die Linie FV 34a ist für 230 km/h schnelle Züge vorgesehen, mithin für die Leistung der vom Bund für diese Verbindung vorgesehenen Talgo-Züge. Diese Verbindung bedient als Zwischenhalte Minden, Bünde und Bad Bentheim.
Die Linie FV 34b ist für 250 km/h schnelle Züge vorgesehen, was der Leistung des ICE-4 entspricht, soll in Minden, Bünde und Bad Bentheim durchfahren und so um 14 Minuten schneller sein als FV 34a.
Dadurch ergeben sich folgende Fahrzeiten:
von/nach Berlin Hbf
heute bis Hengelo 3:56 h, bis Amsterdam 5:55 h
FV 34a bis Hengelo 3:49 h, bis Amsterdam ca. 5:30 h
FV 34b  bis Hengelo 3:34 h, bis Amsterdam ca. 5:10 h.
Beide Züge münden in Hengelo in die gleiche Trasse und verkehren von dort nicht, wie heute im niederländischen Grundtakt, sodass bis Amsterdam noch eine Viertelstunde eingespart werden kann. In den Niederlande wird über einen Neubauabschnitt nachgedacht, um sowohl eine Beschleunigung wie auch eine Kapazitätserweiterung möglich würde. Dadurch könnte die 5-Stunden-Marke für Berlin – Amsterdam unterschritten werden.
Der Deutschlandtakt sieht vor, dass diese Züge zwischen Stadthagen und Hannover über eine Neubaustrecke fahren. Die dadurch eingesparten 5 Minuten sind auch dann realisierbar, wenn die eigentliche Neubaustrecke nicht über Stadthagen verläuft, indem eine Spange gebaut wird, die an Haste und Wunstorf vorbeiführt. Die gleiche Fahrzeitverkürzung lässt sich aber auch anders erreichen. Mehr dazu hier.

Warum muss diese Linie so, wie geplant, in den Knoten Hannover eingebunden werden?

Der maßgebliche Engpass ist der zweigleisige Abschnitt Lehrte – Wolfsburg. Hier können mehrere schnelle Fernzüge nur „im Bündel“ verkehren, weil sonst ein sinnvoller Regionalverkehr mit kurzen Fahrzeiten nicht mehr möglich ist. Ein viergleisiger Ausbau ist für den Abschnitt Dollbergen – Gifhorn in den Deutschlandtakt eingeplant. Der viergleisige Ausbau der Gesamtstrecke Lehrte – Hannover ist nicht geplant und ist im Sinne der Pünktlichkeit und einer höheren Kapazität sinnvoll, ergibt aber nur geringe Möglichkeiten der Anpassung des Fahrplans.

Ist eine Fahrzeit Berlin – Amsterdam von 4 Stunden möglich?

Nein. Zwischen Hannover und Berlin sind die Beschleunigungsmöglichkeiten so gut wie ausgeschöpft. Von Amsterdam bis Hannover wären 489 Kilometer in 2 Std. 30 Minuten mit durchschnittlich 200 km/h zurückzulegen. Diesen Wert erreicht nicht einmal die Neubaustrecke Köln – Frankfurt zwischen den Hauptbahnhöfen, obwohl auf freier Strecke 330 km/h erreicht werden.
Der von niederländischer Seite im Jahr 2018 vorgetragene Wunsch, mit einer Fahrzeit von vier Stunden von Amsterdam nach Berlin fahren zu können, ist auch auf lange Sicht unrealistisch.

In den Niederlanden sind allerdings die Möglichkeiten der Beschleunigung heute noch nicht ausgeschöpft. Die Fahrzeit von heute 2 Stunden beruhen auf einer Einbindung in den niederländischen Regionalverkehr. Eine Verkürzung um eine halbe Stunde dürfte durch den Bau eines Neubauabschnitts möglich sein, sodass die Fahrzeit Amsterdam – Berlin unter 5 Stunden betragen könnte.

Wird Minden abgehängt?

Mehr dazu ist hier nachzulesen.

Wie sieht der Fahrplan ab 2023 aus?

Bereits ab 2023 soll der Intercity Amsterdam – Berlin erheblich beschleunigt und die Fahrzeitverkürzung erreichen, wie im Zielfahrplans 2030+ vorgesehen, allerdings um eine halbe Stunde versetzt fahren. Aufgrund von Fahrplanzwängen wird der Halt Minden nicht bedient. Diese Fahrplanzwänge resultieren einerseits aus dem Umstand, dass der Fernzug den Regionalzug in Gifhorn überholt, wenn dieser zur integralen Taktzeit Minute 30 dort hält, andererseits eine Überholung des Regionalzuges Hengelo – Bielefeld nicht möglich ist. Es fehlen nicht nur die dafür nötigen Überholgleise, sondern die Haltezeit für eine Überholung würde im eingleisigen Abschnitt Kirchlengern – Herford keinen Fahrplan ergeben, der die Anschlüsse in Herford erreicht.
Zum Ausgleich wird zweistündlich ein ICE der Linie Berlin – Rein/Ruhr in Minden halten.

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Schreiben Sie an frage@neubaustrecke-bielefeld-hannover.de.