Antworten zur Verbindung Berlin – Amsterdam

Was sieht das Gutachten Zielfahrplan 2030+” im zweiten Entwurf für die Verbindung Berlin – Amsterdam vor?

Wie bisher ist das Angebot Berlin – Amsterdam zweistündlich eingeplant.
Das Gutachten sieht den Einsatz von mindestens 200 km/h schnellen Fahrzeugen vor. Durch die Aufgabe des Lokwechsels in Bad Bentheim und Wegfall der Halte Wolfsburg und Stendal wird die Fahrzeit von Hengelo bis Berlin-Spandau von heute 4:06 h auf 3:32 h gekürzt, mithin um eine halbe Stunde. Die Einbindung in den Takt der Niederlande wird aufgegeben, so dass in den Niederlanden eine weitere Viertelstunde Beschleunigung möglich ist.

Ist eine weitere Beschleunigung möglich?

Der Wegfall des Halts in Bad Bentheim würde etwa 3 Minuten einsparen. Ob die Fahrzeit Hannover – Berlin bereits berücksichtigt, dass die Db für diesen Verkehr Talgo-Züge für 230 km/h bestellt hat, ist aus dem Zielfahrplan nicht ersichtlich.

Der Deutschland-Takt sieht vor, dass diese Züge zwischen Stadthagen und Hannover über eine Neubaustrecke fahren. Die dadurch eingesparten 5 Minuen müssen in Frage gestellt werden, lassen sich aber durch Kürzung von Haltezeiten und Aufgabe des Halts Bad Bentheim kompensieren – siehe hier.

Welche Vorteile hat der Vorschlag gemäß Deutschland-Takt?

Das Angebot ist fest in die Knoten Rheine, Osnabrück und Hannover eingebunden. In Rheine wird mit kurzen Übergangszeiten der Anschluss Amsterdam – Norddeich, Amsterdam – Münster und Emden – Hannover hergestellt, in Osnabrück Amsterdam – Hamburg (Übergang 15 Minuten) und in Hannover werden alle Anschüsse des Knotens erreicht.

Warum muss diese Linie so, wie geplant, in den Knoten Hannover eingebunden werden?

Der maßgebliche Engpass ist der zweigleisige Abschnitt Lehrte – Wolfsburg. Hier können mehrere schnelle Fernzüge nur „im Bündel“ verkehren, weil sonst ein sinnvoller Regionalverkehr mit kurzen Fahrzeiten nicht mehr möglich ist. Ein viergleisiger Ausbau ist nicht geplant und wäre angesichts der geringen Zugzahl und fehlender Beschleunigungswirkung nicht finanzierbar.

Ist eine Fahrzeit Berlin – Amsterdam von 4 Stunden möglich?

Nein. Zwischen Hannover und Berlin sind die Beschleunigungsmöglichkeiten so gut wie ausgeschöpft. Von Amsterdam bis Hannover wären 489 Kilometer in 2 Std. 30 Minuten mit durchschnittlich 200 km/h zurückzulegen. Diesen Wert erreicht nicht einmal die Neubaustrecke Köln – Frankfurt zwischen den Hauptbahnhöfen, obwohl auf freier Strecke 330 km/h erreicht werden.
Der von niederländischer Seite im Jahr 2018 vorgetragene Wunsch, mit einer Fahrzeit von vier Stunden von Amsterdam nach Berlin fahren zu können, ist auch auf lange Sicht unrealistisch.

Wird Minden abgehängt?

Mehr dazu ist hier nachzulesen.

Wie sieht der Fahrplan ab 2023 aus?

Bereits ab 2023 soll der Intercity Amsterdam – Berlin beschleunigt werden. Gemäß Vorschlägen aus dem ersten Entwurf des Zielfahrplans 2030+ wird der Intercity ähnlich beschleunigt wie nach dem zweiten Entwurf des Zielfhrplans 2030+ vorgesehen, allerdings um eine halbe Stunde versetzt fahren.

Haben Sie Fragen, die hier nicht beantwortet werden?
Schreiben Sie an frage@neubaustrecke-bielefeld-hannover.de.